Rückblick vom 4. GeoMedia Anwendertreffen am 10.04.2002 an der FHT Stuttgart:

Dass Geographische Informationssysteme (GIS) immer wichtiger werden, stellte Prodekan Dr. Mönicke von der HfT Stuttgart in seiner Begrüßungsrede mit dem ständig aktuellen Beispiel "Verkehr/Stau" dar.

 

Über 100 Teilnehmer, bestehend aus Anwendern, Entwicklern, Interessenten und der Hochschule, füllten die HfT-Aula.

Herr Dr. Röder von Gauss+Lörcher Ingenieurtechnik GmbH aus Rottenburg a.N. stellte als erster Referent Werkzeuge für den täglichen GeoMedia Einsatz vor. Den Anfang machte GeoMedia-SVG (Skalierbare Vektorgrafik), ein Tool, das Kartenausschnitte direkt aus GeoMedia im Vektor-Format ausgibt. Der Vorteil im Gegensatz zum Raster-Format (BMP, JPG, ...) besteht eindeutig darin, dass die Bildqualität bei Zoomfunktionen optimal bleibt und nicht verschlechtert (pixelig) wird. Außerdem können die ausgegebenen Grafiken im Internet-Explorer (Web-Browser) für das Internet bzw. Intranet eingebunden werden. Das Tool GeoMedia-Reports erstellt aus einem Datenfenster eine Excel-Tabelle mit allen Überschriften. So lassen sich auch größere Tabellen schnell und einfach in Excel bearbeiten.

Ein weiteres nützliches Tool ist der GeoMedia-Image Manager. Diese Zusatz-Applikation erleichtert die Verwaltung von Rasterbildern (z.B. Luftbilder, gescannte Karten, Bebauungspläne,...), da die Bildrahmen automatisch erkannt werden und das Bild durch Anklicken geladen wird. Bei einem weiteren Tool können die Schraffurfunktionen von GeoMedia erweitert werden, so dass eine noch genauere Symbolisierung möglich ist. Ein Highlight dieser GeoMedia Zusatz-Tools ist mit Sicherheit, dass sie für Kunden mit Wartungsvertrag kostenlos sind. Näheres kann man bei Gauss+Lörcher Ingenieurtechnik GmbH erfahren.
Der "Knopf" von TerraMapServer verfügt über 5 Terrabyte Geodaten (Luftbilder, ...). Diese können direkt und georeferenziert in das gewünschte Kartenfenster in GeoMedia eingebunden werden. Auch aktuelle Beispiele aus der Praxis der Kommunal-Verwaltung, die mit GeoMedia erarbeitet wurden, stellte Dr. Röder vor. Neben der Kleinräumigen Gliederung sind die Kaufpreissammlung und die Bodenrichtwerte ein aktuelles Thema. Ein weiteres interessantes Thema ist das 3D-Laserscanning. Hiermit können in kurzer Zeit verformungsgerechte Aufnahmen von Objekten erstellt werden, wie z.B. bei kulturell oder historisch bedeutsamen Gebäuden und Denkmälern.
Danach zeigte Herr Prof. Dr. Schröder von der Hochschule für Technik Beispiele von thematischen Karten mit GeoMedia und einem Tool der HfT. Dabei erklärte er neben dem Aufbau von thematischen Karten auch die visuellen Variablen. Anhand der Bevölkerungsdichte und des Rohstoffvorkommens in den Landkreisen wurde der Weg zur thematischen Karte über Zuwachs-Berechnungen und Statistiken den Zuhörern im Saal deutlich. Über ein Tool, das von der HfT entwickelt wurde, können die Werte in einer thematischen Karte auch als Säulen- oder Tortendiagramme dargestellt werden.

Der erste Referent als GeoMedia Anwender war Herr Dipl. Ing. Jürgen Kaiser, der bei der Stadt Bonndorf im Schwarzwald als Stadtbaumeister tätig ist. Beim Thema interne ALB Fortführung machte Herr Kaiser deutlich, dass die Wertschöpfung aus einem GIS sich durch die Aktualität der eingestellten Daten bestimmt. Daher sollten die Daten ohne großen Aufwand aktuell gehalten werden können. Die Lösung stellte das Ingenieurbüro Kaiser aus Waldshut-Tiengen mit der GeoMedia Applikation "ALB-Fortführung intern", das Herr Kaiser dann im Detail vorstellte. Neben vielen Möglichkeiten Daten einzugeben, verwalten und zu drucken, werden auch die Änderungs- und Fortführungsdaten dokumentiert. Somit ist ersichtlich, wer, wann, was geändert hat. Wichtig für den Anwender ist es, mit einem einfachen und übersichtlichen Werkzeug komfortabel die Aufgaben zu erfüllen, um den täglichen Verwaltungsablauf immer aktuell in Gang zu halten.

In der nachfolgenden Kaffeepause wurden zwischen den zahlreichen Teilnehmern Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht.
Danach zeigte Herr Dipl. Ing. Jürgen Sawatzki von Techno-Consult Sawatzki GmbH (TCS) sein neues Produkt aus der Asposia-Reihe: "GeoDavis". GeoDavis ist eine GIS -Komponente zum Erfassen und Verwalten von Kanal- und Leitungsinformationen und kann direkt in GeoMedia integriert werden. Außerdem dient es als Erweiterung von Asposia (Betriebswirtschaftliches - Technisches - GIS), kann aber auch separat angewendet werden. Bei GeoDavis wird im Bereich Kanal der Bestand von der Planung unterschieden. Es kann direkt digitalisiert, die Daten aktualisiert und die Sanierung mit Videointegration bearbeitet werden. Wie das Programm mit diesen Funktionen im täglichen Gebrauch einsetzbar ist, zeigte Herr Sawatzki dann an realen Daten.
Als weiterer Referent von der GeoMedia-Anwenderseite im "täglichen Gebrauch" war Herr Busch. Herr Busch ist für den GIS-Einsatz, sowie für den Kanal- und Wasser-Bereich bei der Stadt Horb a.N. zuständig. Einigen wird Herr Busch noch vom vergangenen Jahr in Erinnerung sein, als er mit seinem sehr interessanten Vortrag über den Einsatz von GeoMedia in Verbindung mit Asposia die Zuhörer begeisterte. Sein diesjähriges Thema war die neue Trinkwasserverordnung (vom 01.01.03) und die Möglichkeiten der Umsetzung mit GeoMedia.

Er machte darauf aufmerksam, dass dadurch neue Aufgaben und erhöhte Anforderungen hinzugekommen sind, vor allem die Dokumentationspflicht, über Planung und Bau, Bestand und Betrieb, sowie die Schutzgebiete. Diese wird bei der Stadt Horb mit GeoMedia abgedeckt. Herr Busch zeigte den Ablauf über die Grundlagen und die Erfassung der notwendigen Daten, so dass eine optimale Dokumentation entsteht. Desweiteren zeigte er neben Daten-Eingabemasken auch sämtliche Kartenwerke, die in GeoMedia erstellt worden sind.

Danach zeigte Herr Michael Kamps, als GIS-Verantwortlicher der Abteilung Grünflächen, wie die Stadt Ludwigsburg ihre Grünflächen, Biotope, Spiel- und Sportplätze, Friedhöfe, Realnutzungsflächen und ihre Bäume mit mobiler Baumkontrolle bewältigen. Mit der GeoMedia Anbindung "Infra-System" von Globus Informationssysteme GmbH haben sie eine leistungsstarke Lösung. Dazu zeigte Herr Kamps den Aufbau und die Grundlagen, sowie die zahlreichen Auswertungs- und Darstellungsmöglichkeiten mit GeoMedia - Infra Grün. Neben den zahlreichen grafischen Darstellungen werden auch Kalkulationen, die Vergabe von Reparaturleistungen sowie die gesamte Abwicklung eines Pflegesystems verwaltet. Als Resümee sprach Herr Kamps von einer optimalen Abwicklung im gesamten Grünflächenbereich, der neben effektiven Arbeitsabläufen und Aktualität vor allem Zeitersparnis einbringt.

Prof. Dipl. Ing. Rainer Kettemann, von der Hochschule für Technik aus Stuttgart, führte eine Internet- und Intranet-Lösung mit GeoMedia WebMap vor. Die Datenquellen für das Beispielprojekt "Stadt Böblingen" waren neben dem Vermessungsamt und der Stadt, auch das Statistikamt und die Stadtwerke. Die Web-Lösung soll für alle Mitarbeiter der Stadt GIS-Informationen und -Funktionalitäten bereitstellen, da die Mitarbeiter in den verschiedenen Abteilungen und Ämtern benutzerspezifische Daten benötigen. Nach der Ausarbeitung des Strukturkonzepts über die Zusammenhänge des Servers mit den einzelnen Arbeitsplätzen und den Datenquellen, zeigte Herr Kettemann eine Reihe von Möglichkeiten, die mit der GeoMedia Web-Lösung erreicht werden können. Ob Luftbilder, B-Pläne, Eigentümer, Straßen, Leitungen, Bäume, Gebäude, statistische Daten und noch vieles mehr können so im Internet bzw. Intranet dargestellt und abgerufen werden. Anschließend wurden noch die Workshop-Themen für den Nachmittag vorgestellt.

Bei der anschließenden Mittagspause gab es einen Imbiss, der von der Firma Intergraph gespendet wurde. Die zahlreichen Teilnehmer hatten nun die Gelegenheit, sich über die mehr als interessanten Vorträge auszutauschen. Dies wurde auch wahrgenommen, da neben den vielen Anwendern auch einige Vertreter der GeoMedia Vertriebs- und Entwicklersparte vor Ort waren. Auch einige GIS Interessenten konnten so wichtige Erfahrungen sammeln.

Die Workshops wurden dann zahlreich besucht, denn es gab wieder sehr interessante Themen rund um GeoMedia. Von Gauss+Lörcher wurde die Straßenplanung mit GeoMedia-Vestra vorgeführt. Von Globus wurde das Infra-System, das morgens von Herr Kamps vorgestellt wurde, im Detail gezeigt. Die interne ALB-Auskunft und -Fortführung vom Ingenieurbüro Kaiser, wurde ebenso in allen Bereichen ausführlich vorgeführt. Herr Sawatzki  von TCS stellte sein neues Produkt GeoDavis in Verbindung mit GeoMedia vor. Dabei lag der Schwerpunkt bei der Kanalplanung und -Sanierung. Verwaltungslösungen von bec-kommunal Software GmbH, auf der Grundlage von GeoMedia, stellte Herr Hartrampf vor. Auch die Studenten der HfT Stuttgart zeigten ihre Diplomarbeiten mit GeoMedia. Dabei ging es vor allem um die GeoMedia Web-Lösung, die bereits bei den Vorträgen von Prof. Kettemann vorgestellt wurde.

Den Abschluss des Anwendertreffens bildete Herr Dipl. Geogr. Armin Hoff von der Firma Intergraph, dem Hersteller von GeoMedia. Auf diesen Vortrag waren natürlich alle sehr gespannt, denn neben den ganzen interessanten Themen vom Vormittag zeigte Herr Hoff den zukünftigen Weg, den GeoMedia geht. Neben einem Ausblick auf die Entwicklungen von GeoMedia stellte er auch neue Funktionen und Datenserver (Aktuell: SICAD Schnittstelle), die die nächsten GeoMedia Versionen beinhalten, vor.
Als Fazit kann auf jeden Fall gesagt werden, dass der Tag sehr informativ und aufschlussreich war. Dass die Teilnehmerzahl ständig weit nach oben steigt, zeigt, dass dieses GeoMedia Anwendertreffen ein besonderes Highlight im Jahr ist. Deshalb freuen wir uns schon auf nächstes Jahr, wieder viele Referenten, Anwender und Interessenten begrüßen zu können.

Sollten Sie noch Fragen zu den einzelnen Themen haben, dann wenden Sie sich gerne an Gauss+Lörcher Ingenieurtechnik GmbH in Rottenburg a.N.

 
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